Samstag, 30. Januar 2016

[Rezension] Der Bund der Zwölf (Miriam Pharo)

Zuletzt habe ich einen Roman rezensiert, der etwas kürzer hätte sein dürfen, heute ist genau das Gegenteil der Fall: "Der Bund der Zwölf" von Miriam Pharo hätte durchaus noch ein paar Seiten vertragen dürfen. Warum, das erfahrt ihr gleich, aber erst mal zum Buch an sich.


Bei "Der Bund der Zwölf" handelt es sich um einen historischen Roman mit leichtem Fantasy-Einschlag, der im Paris der 1920er Jahre spielt. Die Handlung folgt dem Mehr-oder-weniger-Pärchen Vincent und Magali, die versuchen, der mysteriösen "Methusalem-Seuche" auf den Grund zu kommen. Diese merkwürdige Krankheit scheint nur sozial Höhergestellte zu treffen und lässt das Opfer binnen kürzester Zeit verwelken, bis es nach wenigen Stunden an Altersschwäche stirbt. Da die Polizei noch keine heiße Spur hat und sich die Bevölkerung lieber zu Hause verschanzt, als die Nächte in Klubs zu vertanzen, bleibt Vincent und Magali nichts anderes übrig, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen, wenn sie ihren Club retten wollen. Die Spur führt sie schon bald zu einem geheimnisvollen Orchester, und je näher sie der Lösung des Rätsels kommen, desto gefährlicher wird die ganze Sache ...

Was ich an dem Buch besonders schön fand, war die offensichtliche Liebe der Autorin zur Musik, die jedes Mal in der wunderschönen Sprache zum Ausdruck kommt, wenn es in der Geschichte um Lieder oder Instrumente geht, wenn die berühmte "Philharmonie der Zwei Welten" ihren Auftritt hat. Pharo schafft es hier mit ihrem Vokabular, den Leser auf eine ganz besondere Weise in die Geschichte hineinzuziehen, und man merkt es ihr wirklich an, wie sie sich für die Musik begeistern kann. Auch die Stimmung der 20er Jahre in der französischen Hauptstadt ist sehr schön eingefangen, das Setting gut recherchiert und glaubhaft umgesetzt. Vor diesem Hintergrund spinnt die Autorin eine spannende und kurzweilige Geschichte, in der etwas später dann sogar ein bekannter Physiker seinen Gastauftritt hat, auch wenn er nicht namentlich erwähnt wird. Das Buch war schön zu lesen, nur einen kleinen Wermutstropfen gibt es dann doch, der sich vor allem an Ende stärker bemerkbar macht. Wie eingangs bereits erwähnt, ist das Buch einfach zu kurz. Ich finde es zwar generell schön, wenn ein Autor es schafft, auf wenigen Seiten alles zu sagen, was gesagt werden muss, und nicht jedes Mal gleich eine Reihe oder zumindest Trilogie anfängt. Aber im vorliegenden Fall krankt das Buch leider an zu wenig Exposition, was zum einen die Hauptcharaktere Vincent und Magali etwas blass, zum andern auch ihre Motivation, den Unglücksfällen auf den Grund zu gehen, etwas gezwungen erscheinen lässt. Ebenso, ohne das Ende verraten zu wollen, wirkt die spätere Auflösung dann auch etwas übereilt. Hier hätte wieder etwas mehr Hintergrundstory nicht geschadet, um die Motivation der Antagonisten glaubwürdiger zu machen.

Das ist aber jammern auf hohem Niveau, denn ansonsten ist "Der Bund der Zwölf" ein schönes Buch, das ich gerne denen empfehle, die vor ein wenig Mystik im historischen Roman nicht zurückschrecken, sich für das Setting der 20er Jahre begeistern können und/oder ebenfalls die Liebe zur Musik teilen. Daher gebe ich gerne 4 von 5 Punkten.

Vielen Dank an dieser Stelle noch an die Autorin, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zukommen ließ. Das Buch gibt es bei Amazon als eBook und inzwischen auch als Taschenbuchausgabe vom Verlag TWENTYSIX.



Titel: Der Bund der Zwölf
Autor: Miriam Pharo
Verlag: Amazon-eBook (2015)
Format: Taschenbuch, 1312 Seiten
ASIN: B01AG9HXH2
Preis: €4,99
Link zur Autorin: http://miriam-pharo.com

Kommentare:

  1. Hallöchen,
    ich habe gerade deinen Blog entdeckt und er ist wirklich sehr schön! ich bin gleich mal neue Leserin geworden :)
    Ich würde mich wirklich sehr freuen wenn du auch mal bei mir vorbeischauen würdest, Liebste Grüße Aileen :)

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    1. Danke dir, da schaue ich doch gleich mal vorbei :)

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