Freitag, 4. Dezember 2015

[Rezension] Montecristo (Martin Suter)


"Montecristo" von Martin Suter macht es mir wirklich schwer mit der Bewertung. Dazu aber gleich mehr, erst einmal ein kurzer Überblick zum Inhalt.
Die Handlung folgt dem Videojournalisten Jonas Brand, dem kurz nacheinander zwei Dinge passieren, die zwar erst einmal nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, im Verlauf der Geschichte aber zu einer größeren Sache zusammenwachsen, die Jonas bald schon über den Kopf zu wachsen droht und ihn um sein Leben fürchten lässt: Ein "Personenschaden" während einer Zugfahrt, den Jonas zufällig miterlebt und filmen kann, und zwei Banknoten mit identischer Seriennummer, die durch Zufall in seinen Besitz gelangen und eigentlich nicht existieren dürften. Bei der Suche nach einer Erklärung für beide Vorkommnisse gräbt Jonas vielleicht tiefer, als man sollte, und er merkt schnell, dass hinter dem Ganzen wohl noch mehr steckt als bloßer Zufall ...

"Montecristo" ist ein kurzweiliger (und kurzer, dafür aber teurer, Diogenes eben ...) Thriller, den ich sehr gerne und schnell gelesen habe, da er gut geschrieben und spannend war, mit einem interessanten Aufhänger und gut recherchiert. Aber, und nun komme ich dazu, warum das Buch so schwer zu bewerten ist, das Ende des Romans muss eins der schlechtesten sein, die ich jemals gelesen habe. Vielleicht auch das schlechteste. Ich will hier nichts dazu verraten, um nicht die Spannung zu nehmen, aber so lässt man einfach keine Geschichte enden. Und nicht, weil es kein Happy End wäre, sondern weil es einfach schlecht geschrieben ist. Der Leser bleibt mit einem sehr unbefriedigenden Gefühl zurück und muss sich fragen, warum er die ganze Geschichte eigentlich lesen sollte, wenn sie so nichtssagend endet.

Wenn ich das Buch insgesamt bewerten müsste, würden es wohl allerhöchstens 2 von 5 Punkten werden. Aber ich denke mir, dass der Weg das Ziel ist - ein Buch soll vor allem unterhalten, und das tut "Montecristo" bis kurz vom dem Schluss definitiv. ich bereue nicht, es gelesen zu haben, und hatte eine schöne Zeit dabei, auch wenn das Ende totaler Mist war. Daher gebe ich 3,5 Punkte, aber mit der Einschränkung, es nur zu lesen, wenn man damit leben kann, dass der Schluss einem vermutlich nicht gefallen wird. Wer aber eine spannende und kurzweilige Unterhaltung sucht und sich im Nachhinein nicht über den Schluss ärgert, der kann gerne zugreifen!



Titel: Montecristo
Autor: Martin Suter
Verlag: Diogenes (2015)
Format: Hardcover Leinen, 320 Seiten
ISBN: 978-3-257-06920-4
Preis: €23,90
Link zum Verlag: http://www.diogenes.de/leser/katalog/a-z/m/9783257069204/buch

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