Sonntag, 15. März 2015

[Rezension] Silo (Hugh Howey)

Seit Generationen leben die wenigen auf der Erde verbliebenen Menschen in einem unterirdischen Silo, um sich vor der lebensfeindlichen Welt der Oberfläche zu schützen. Aber was, wenn die Verwüstung der Erde nur eine Lüge ist? Wenn das Leben im Silo nicht das ist, was es zu sein scheint?



Mit seinem Roman "Silo" (der eigentlich aus 5 kleineren Werken besteht, in dieser Ausgabe jedoch zusammengefasst ist) zeichnet Autor Hugh Howey eine düstere Dystopie, in der die Menschen sich nach einer längst vergessenen globalen Katastrophe in ein riesiges unterirdisches Versteck geflüchtet haben, das namensgebende Silo. In diesem Staat unter der Erde, der sich weit in die Tiefe erstreckt, folgt das Leben strengen Regeln. Jeder hat seine Aufgabe, von den Mechanikern ganz unten im Silo, welche die uralten Maschinen am Leben erhalten, über die IT weiter oben, die sich um die Computer der Einrichtung kümmert, bis hin zu den Boten und Trägern, die alle lebenswichtigen Güter und Nachrichten im Silo transportieren - und zwar über die einzigen Wege, die von oben nach unten führen: Treppen. Ein Auf- oder Abstieg kann daher schon einmal mehrere Tage in Anspruch nehmen. Eine der wichtigsten Regeln im Silo: Sage niemals, dass du nach draußen willst. Denn das ist dein Todesurteil. Jeder, der den Wunsch verspürt, das Silo zu verlassen (oder ein schweres Verbrechen begeht), wird zum "Putzdienst" verurteilt: Ausgestattet mit einem Schutzanzug, der den Träger in der lebensfeindlichen Umgebung der Oberfläche nur kurz am Leben erhalten kann, werden die Verurteilten nach draußen verbannt. Dort sollen sie vor ihrem Tod die Kameras reinigen, welche die einzige Verbindung der Silobewohner nach draußen sind.

Das ist die Welt, in der auch Juliette lebt, eine Mechanikerin von ganz unten, die sich eigentlich nur um Ihre Maschinen kümmern möchte. Doch eines Tages wird sie auserwählt, den Posten von Silo-Sheriff Holston zu übernehmen, der sich unter mysteriösen Umständen freiwillig dazu entschlossen hat, das Silo zu verlassen. Während Juliette das Schicksal ihres Vorgängers untersucht, beginnt sie zu ahnen, dass in der strikten Hierarchie des Silos nicht alles ist, wie es scheint. Hat Holston vielleicht irgendeine Entdeckung gemacht, die ihn dazu trieb, an die Oberfläche zu gehen? Je weiter Juliette das Leben im Silo zu hinterfragen beginnt, desto gefährlicher wird es für sie, denn es treten Dinge zutage, welche die gesamte Welt des Silos und seiner Bewohner verändern könnten ...

Howey gelingt es in seinem Roman sehr gut, die bedrückende Atmosphäre in der endzeitlichen Welt des Silos zu beschreiben. Angefangen von den mühsamen Wegen über die Treppen nach oben oder unten bis zur Rationierung von Nahrung und dem ewigen Kampf der Bewohner gegen den langsamen Verfall der uralten Technologie in ihrer Heimat. Die Handlung bleibt im Verlaufe des Buchs stets spannend, der Leser erfährt immer nur kleine Häppchen des großen Ganzen, was einen bis ans Ende mit den Charakteren mitfiebern lässt (auch wenn man sich einiges schon vorher zusammenreimen kann). Das Ende selbst kam für mich nach einer langen Vorbereitung leider etwas zu abrupt und wird etwas zu schnell abgehandelt, während manche Stellen etwas zu langatmig beschrieben werden (z.B. wenn zwei wichtige Charaktere einmal durch das ganze Silo wandern müssen, was sehr - und manchmal zu - ausführlich beschrieben wird). 
Von diesen kleinen Schönheitsfehlern abgesehen ist "Silo" aber ein spannender und intelligenter dystopischer Roman mit interessantem Setting, den ich Fans dieses Genre gerne empfehlen kann!




Titel: Silo (Originaltitel: Wool)
Autor: Hugh Howey
Verlag: Piper (2014, Erstveröffentlichung 2013)
Format: Taschenbuch, 560 Seiten
ISBN: 978-3-492-30503-7
Preis: €10.99
Link zum Verlag: http://www.piper.de/buecher/silo-isbn-978-3-492-30503-7

Kommentare:

  1. Supi Rezi :))

    Ich muss es endlich mal lesen :D

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  2. Danke für die Kritik :D
    Ich will es ja nach den Albae endlich mal lesen und habs sogar schon hervorgekramt :3

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  3. Hallöchen :)
    Bin gearde zu dir gestolpert und natürlich als Leser geblieben!
    Lasse dir liebe Grüße da.
    Liebst Nadine
    von http://misshappyreading.blogspot.de/

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