Freitag, 23. Januar 2015

[Follow Friday] Rechtschreibfehler in Büchern

Dafür, dass es die letzten Tage so ruhig hier war, geht es jetzt Schlag auf Schlag weiter, heute mit dem Follow Friday (wie immer präsentiert von A Bookshelf Full Of Sunshine)!

http://abookshelffullofsunshine.blogspot.de/2014/11/ff-deutscher-follow-friday-14november.html

Heute lautet die Frage: Rechtschreibfehler in Büchern. Nervt es euch, habt ihr das Gefühl, dass es in den letzten Jahren mehr geworden ist? Wie viele sind für euch noch okay?

Das ist heute mal wieder eine Frage, die mich besonders interessiert, da ich ja auch als Lektor tätig bin. Entsprechend habe ich natürlich auch einen recht hohen Anspruch und mir fallen auch kleinere Fehler negativ auf. Aber kein Mensch ist perfekt, daher ist es höchst ungewöhnlich, ein Buch ganz ohne Rechtschreibfehler zu finden. Wenn ab und zu mal einer auftaucht, ist das also kein Weltuntergang.

Anders verhält es sich aber, wenn es sich häuft. Das Buch, das ich eben erst fertig gelesen habe, "Exkarnation" von Markus Heitz ist z.B. ein Grenzfall. Es waren nicht so viele Fehler darin, aber doch schon ein paar, und oft auch größere Dinger, die eigentlich hätten auffallen müssen, also nicht nur Buchstabendreher etc. Und besonders aufgefallen ist es deshalb, weil ich auch die Danksagung überflogen habe, und dort gleich zwei Lektorinnen auftauchen, dazu eine ganze Reihe Testleser. Und da fragt man sich dann doch, warum es nicht besser geht.
Leider ist es ja auch so, dass "Lektor" kein zertifizierter Beruf ist. Und so gibt es vermutlich auch genügend (besonders freie) Lektoren, die keine allzu große Ahnung von Rechtschreibung haben oder einfach auch nicht besonders aufmerksam sind.
Gerade auch in letzter Zeit habe ich kaum mehr ein nahezu fehlerfreies Buch gelesen, selbst bei größeren Verlagen nicht (Piper fiel mir neulich negativ auf, jetzt eben Droemer-Knaur). Subjektiv würde ich also schon sagen, dass es schlechter geworden ist die letzten Jahre.

Aber ganz schlimm sind Bücher, die ganz offensichtlich ohne Lektorat auskommen mussten. Ein besonders krasser Fall z.B. ein Buch, das von einem Bekannten von mir im Self-Publishing herausgegeben wurde. Auf jeder Seite Fehler, der Textsatz stimmt manchmal nicht, manche Sätze ergeben gar keinen Sinn oder klingen komisch ... und sogar auf dem Klappentext finden sich Fehler. Da macht es wirklich keinen Spaß, das Buch zu lesen. Zumindest in ein Korrektorat sollte man schon investieren, auf die paar Euro kommt es dann auch nicht mehr an.

Ein wieder anderer Fall sind eBooks, die offensichtlich einfach über ein OCR-Programm aus einem Buch abgescannt und dann ohne Kontrolle veröffentlicht werden. Da häufen sich dann solche Fehler, die Computerprogramme bei der Texterkennung natürlich machen (z.B. m wird zu rn oder umgekehrt). Und das ist wirklich ärgerlich, da man ganz offensichtlich mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Geld scheffeln will in diesen Fällen, und der Leser darf es dann ausbaden.

Also meine abschließende Bitte an alle Autoren da draußen, besonders die freien: Sucht euch einen guten Lektor! Die Leser werden es euch danken!

Kommentare:

  1. Oh ja, das mit den Indies ist echt schlimm. Deshalb nehme ich gar keine mehr an ...
    Ich würde auch nie mein Eigenes ohne Verlag veröffentlichen, zumal ich da immer noch am Fehler raussuchen bin (Wortleichen vom Sätze umstellen).
    Aber auch in den großen Verlagen hat es qualitativ nachgelassen.

    AntwortenLöschen
  2. Ich bin selbst Indie Autorin und habe erst nach dem 3. Lektor von Freunden und Bekannten das go bekommen ...
    Davor hatte ich schlicht das Pech an einen zu geraten der keine Ahnung vom Fach hatte - das ist ärgerlich aber auch damit muss man dann umgehen.
    Es ist schwierig sich selbst durchzuboxen, aber auch Verlage machen Fehler. Auch dort steigt die Rate der Fehlerchen immer weiter an.

    AntwortenLöschen
  3. Interessante Frage und auch eine interessante Antwort. Mir fallen Fehler in Büchern immer sehr schnell auf, was aber nicht immer gleich schlimm ist - schrecklich finde ich es vor allem dann, wenn die Fehler extrem sind oder sich stark häufen. Zuletzt ist es mir bei "Der Moloch" von Stella Gemmell negativ aufgefallen, wobei ich nicht weiß ob das nur am eBook lag oder auch in der Printausgabe der Fall ist. Hier hatten sich ganz besonders die Kommafehler gehäuft.... Und bei einem anderen Buch, Titel habe ich vergessen, war der Klappentext derart daneben, dass ich es nie gelesen hätte: Schreibfehler, Kommafehler und auch noch falsche Satzstellungen. Als habe man den ersten, halb überarbeiteten Rohentwurf genommen. Bei einem großen Verlag. Da kann der Autor vielleicht nix für, es schreckt aber ab.
    Allerdings habe ich, zumindest wenn ich Self-Publishing außen vor lasse, nicht das Gefühl dass es zunimmt, sondern sich eher verbessert hat. Viele meiner alten Jugendbücher haben deutlich mehr Fehler als meine aktuellen Bücher (z.B. die Harry Potter-Hardcover). Vielleicht liegt es aber auch einfach an meiner Auswahl, ich habe Glück, oder was auch immer?

    Ich weiß, ich bin ein bisschen spät dran mit diesem Kommentar... aber ich folge dem Blog noch nicht so lange und finde den Beitrag interessant ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey, es ist doch schön, wenn auch die alten Beiträge noch gelesen werden!
      Man kann aber wohl nicht pauschalisieren, die letzten Bücher, die ich so gelesen habe, waren eigentlich ziemlich gut lektoriert, muss ich sagen. Vermutlich ist es nicht "schlimmer" geworden in jüngster Zeit, aber dadurch, dass inzwischen viele freie Autoren veröffentlichen und es auch immer mehr Digitalisierungen gibt (die maschinell bedingte Fehler beinhalten), fällt es vielleicht heute eher auf als noch vor 10 Jahren oder so ...

      Löschen
  4. Aber es gibt Bücher, in denen derartige ''Fehler'' gewollter Teil des Buches sind:

    https://ichliebemeinentumor.wordpress.com/2015/06/11/rechtschreibfehler-und-grammatikalische-makel/

    Sozusagen als Ausdruck von Mutationen ...

    AntwortenLöschen