Sonntag, 7. September 2014

Schloss in Flammen

Jedes Jahr wieder wird das Heidelberger Schloss das Opfer der Flammen – und das sogar gleich mehrmals! Die Rede ist natürlich nicht von Brandstiftung, sondern von der berühmten Heidelberger Schlossbeleuchtung, die drei Mal jeden Sommer stattfindet und bei der das Schloss und die Altstadt in das bunte Licht des Feuerwerks getaucht werden, das von der Alten Brücke aus abgefeuert wird.

Schlossbeleuchtung Heidelberg 2014

Dennoch geht das Spektakel, dem jedes Mal tausende Zuschauer beiwohnen, auf ein historisches Ereignis zurück, bei dem das Schloss tatsächlich ein Raub der Flammen wurde das für die Zerstörungen verantwortlich ist, die noch heute das Bild der Sehenswürdigkeit prägen. Als die französischen Truppen König Ludwigs XIV. im Verlauf des Pfälzischen Erbfolgekrieges 1693 die Stadt und später auch das Schloss Heidelberg eroberten, holten sie nach, was ihnen bei ihrem ersten Angriff 1689 nicht gelungen war: Die Stadt wurde niedergebrannt und das Schloss gesprengt. Die mächtigen Türme der Festung boten den französischen Minen einigen Widerstand, was besonders die Überreste des sogenannten "Dicken Turms" auch heute noch veranschaulichen, die auch heute noch mit ihren 7 Meter dicken Mauern trotzig in den Himmel ragen.

An diese Verwüstung der Stadt und des Schlosses, deren Spuren noch heute zu beobachten sind, soll die Schlossbeleuchtung erinnern, die schon seit 1815 zelebriert wird und Publikum aus der ganzen Welt anlockt. Einen Besuch dieses Ereignisses kann ich jedem nur empfehlen, denn es ist immer wieder ein atemberaubendes Schauspiel, wenn das Schloss zunächst nach einigen Böllerschüssen, die an den Donner der französischen Kanonen und Minen gemahnen, in rotes Licht getaucht wird und scheinbar in Flammen steht. Danach folgt das Feuerwerk von der Alten Brücke aus, das jedes Mal wieder wunderschön choreographiert ist und die Stadt, die für diesen Moment extra verdunkelt wird, in buntes Licht hüllt. Aber nicht nur optisch ist das Spektakel erlebenswert, denn durch die Lage Heidelbergs im Neckartal, zwischen den Bergen, die das Donnern der Feuerwerkskörper verstärken und widerhallen lassen, stellen sich einem auch ein wenig die Haare zu Berge und man denkt erst recht zurück an die schicksalsträchtige Zeit des Pfälzer Erbfolgekrieges, als der Lärm der Kanonen wohl ebenso durch das Tal gehallt sein mag.
Wer sich die Schlossbeleuchtung anschauen möchte, sollte aber möglichst früh da sein, denn alle guten Aussichtspunkte werden schnell von den tausenden Zuschauern erobert, die großflächig die beiden Neckarufer und die Theodor-Heuss-Brücke belagern. Die schönste Sicht auf das Spektakel bieten aber sicherlich der Philosophenweg und die Aussichtspunkte an der Flanke des Heiligenberges. Hierzu muss man zwar erst einmal ein paar Höhenmeter hinter sich bringen, der Ausblick lohnt es aber auf jeden Fall! Eine Anreise mit dem Auto sollte tunlichst vermieden werden, da sowohl die Brücken als auch einige Straßen gesperrt werden und bei den Massen an Fußgängern ohnehin kaum ein Durchkommen ist.

Und hier nun noch einige Impressionen der letzten Schlossbeleuchtung 2014, die ich vom Heiligenberg aus eingefangen habe.

Schlossbeleuchtung Heidelberg 2014 Schlossbeleuchtung Heidelberg 2014 Schlossbeleuchtung Heidelberg 2014 Schlossbeleuchtung Heidelberg 2014 Schlossbeleuchtung Heidelberg 2014 Schlossbeleuchtung Heidelberg 2014

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