Donnerstag, 10. Oktober 2013

Such a peculiar thing

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse, die ich auch dieses Jahr leider wieder verpasse, bietet sich natürlich ein weiterer Buchtipp an. Somit also ein paar Worte zu dem letzten Titel, den ich gerade gelesen habe, diesmal aus der Belletristik-Ecke.
Miss Peregrine's Home For Peculiar Children (Deutscher Titel: Die Insel der besonderen Kinder) von Ransom Riggs erzählt die Geschichte von Jacob, der mit seinen 16 Jahren schon länger nicht mehr an die phantastischen Stories glaubt, die sein Großvater ihm immer wieder von sich und seiner Jugend erzählt hat. Dass diese Geschichten womöglich mehr waren als bloße Phantastereien, das bemerkt Jacob erst, als es zu einem tragischen Zwischenfall kommt und der Sechzehnjährige zu einer Reise in die Vergangenheit seines Großvaters aufbrechen muss. Mehr sei an dieser Stelle nicht von der Story verraten.



Die Handlung selbst kommt rasch in Fahrt und das Buch liest sich auch sehr zügig durch, wobei die Spannungskurve am Ende für meinen Geschmack etwas zu sehr absackt, wird doch einiges an Rätseln recht schnell aufgeklärt, was dem Ganzen etwas das Mystische nimmt. Auch die Charaktere sind mitunter nicht allzu komplex, wobei man in Erinnerung behalten muss, dass es sich hier (trotz einiger ziemlich expliziter Szenen) ursprünglich um ein Jugendbuch handelte, an dem aber auch Erwachsene ohne Probleme Gefallen finden. Insofern ist Miss Peregrine's Home... rein inhaltlich auch eher ein kurzweiliges Lesevergnügen ohne allzu viel Tiefgang und Überraschungen, der Schreibstil ist jedoch sehr gelungen und erinnert (nicht zuletzt durch die Ich-Perspektive) an die Bücher von Ben Aaronovitch (Rivers of London).
Was das Buch aber besonders werden lässt, ist seine Aufmachung. Denn die Geschichte wird immer wieder durch die Erwähnung diverser alter Fotografien vorangetrieben, und diese sind allesamt als Schwarz-Weiß-Abbildungen im Druck zu finden. Fast 50 dieser Aufnahmen streuen sich durch das Buch und geben dem Leser so (manchmal leicht schauerliche) Einblicke in die Handlung. Normalerweise bin ich eher skeptisch, wenn dem Leser zu viel beschrieben bzw. gezeigt und zu wenig Platz für die eigene Vorstellungskraft gelassen wird, was ja gerade den Reiz eines Buches ausmacht. Hier jedoch fügen sich die Fotos nahtlos in die Handlung ein, die sich ja auch immer wieder um eben jene Bilder dreht, und die Abbildungen werden ein Teil der Erzählung. Auch durch die Gestaltung der Seiten und der Kapitel wird ein gewisses "Vintage-Flair" heraufbeschworen, was das Gefühl beim Lesen nur noch verstärkt, in einem alten Fotoalbum zu blättern.
Kurzum: Auch wenn die Handlung an sich das Buch nicht einzigartig macht, so ist es doch alleine durch seine besondere Aufmachung und Gestaltung eine lesenswerte und kurzweilige Abwechslung von "normalen" Romanen, und es ist schön zu sehen, dass Riggs einen Verlag gefunden hat, der seine Geschichte richtig in Szene setzt und dafür einigen Aufwand betreibt (durchgängige Seitenverzierungen, ganzseitige Abbildungen, viele nur halb genutzte Textseiten...). Ein Lob hier auch für die Taschenbuchausgabe, die im Gegensatz zu vielen amerikanischen Paperbacks eine richtig gute Qualität aufweist und bedenkenlos gekauft werden kann – die Ausstattung ist die selbe wie in der gebundenen Ausgabe.

Fazit: 4 von 5 Sternen für ein kurzweiliges Lesevergnügen und ein halber Stern noch dazu für die tolle Aufmachung und die kreative Idee mit den Fotos, welche die Geschichte untermalen. Macht 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung an alle, die Spaß an ausgefallenen Büchern finden.



Link:
http://quirkbooks.com/book/miss-peregrines-home-peculiar-children

1 Kommentar:

  1. Hier kann ich dir in allen Punkten zustimmen, eine besonderes Buch, ich habe es gern gelesen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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