Sonntag, 29. Dezember 2013

Feder und Schwert

Zum Ende des Jahres habe ich noch ein wenig mit der Kamera experimentiert, was mich dann auch noch zu ein paar Zeilen inspiriert hat:


Die Feder und das Schwert

Die Feder vermag ganze Reiche zu erschaffen
Und sie wieder zu vernichten
Sie schafft ewiges Andenken
Gleichwohl sie jeglichen Ruhm vergehen lässt
Sie erhebt Herrscher zur Macht
Und verbannt sie von ihrem Thron
Sie verbindet die Liebenden
Und ist die Bewahrerin der Poesie

Das Schwert vermag nur zu töten
Wenn es im Zorn geschwungen wird
Doch nutzt man es mit Verstand
Im Spiel und Spaß und nicht im Kriege
Kann es Maß und Vernunft lehren
Weisheit und Kühnheit
Vorsicht, List und Klugheit
Damals wie auch heute noch

Die Feder mag mächtiger sein als das Schwert
Doch wahrlich klug ist, wer beides zu führen weiß  


Euch allen einen guten Rutsch und die besten Wünsche für das kommende Jahr!

Montag, 28. Oktober 2013

Multae sunt causae scribendi

Es gibt viele Gründe, zu schreiben – heute vielleicht mehr denn je. Schaut man sich dieser Tage in einer beliebigen Straßenbahn um, wird man vermutlich eine Vielzahl von Leuten vorfinden, die den ganzen Tag über nichts anderes zu tun zu haben scheinen, als über ihr Handy gebeugt Nachricht um Nachricht zu schreiben. Aber auch in den heimischen vier Wänden wird heute immer mehr geschrieben, sei es per E-Mail oder auf Facebook. Nachrichten, Statusupdates, ja selbst Blogeinträge wie dieser hier – eigentlich sind wir den ganzen Tag am Schreiben. Und doch schreiben wir überhaupt nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr richtig, mit Tinte, in der eigenen Handschrift, auf Papier, so wie wir es damals in der Schule gelernt haben und wie es die Menschen schon seit Jahrhunderten tun beziehungsweise taten. Nun kann man über diese Tatsache natürlich lange und ausgiebig diskutieren, man kann sich fragen, ob der Wechsel zu elektronischen Schriftmedien die logische Weiterentwicklung des Schrifttums ist, welche Vorteile digitale Texte gegenüber analogen haben oder wie lange es noch dauern wird, bis das herkömmliche Papier, der Brief, das Buch endgültig verschwunden und durch Einsen und Nullen in tragbaren Datengeräten ersetzt ist.
Man kann sich aber auch fragen, ob es nicht doch auch noch einen Sinn hat, einfach einmal einen Füller zur Hand zu nehmen und ganz herkömmlich einen Text zu Papier zu bringen, in welcher Form oder zu welchem Zweck auch immer. Zu dieser Frage, die mich schon geraume Zeit beschäftigt und über die ich nun schon mit einigen Leuten gesprochen und geschrieben (sowohl digital als auch analog) habe, möchte ich im Folgenden einige Gedanken schildern und damit (hoffentlich) zum Nachdenken anregen, wobei ich mich, um es nicht ausufern zu lassen, in erster Linie auf das Schreiben von Briefen konzentrieren werde, aber generell gelten die Überlegungen sicherlich für viele Formen des analogen Textes. Es sei jedoch noch angemerkt, dass ich mitnichten die Nützlichkeit und Vorteile der neuen digitalen Medien in Frage stellen will, was alleine schon die Tatsache bezeugen dürfte, dass dieser Blog (und dieser Post) überhaupt existiert. Ich möchte nur eine andere Sicht auf die Dinge schildern und vielleicht ein wenig Bewusstsein dafür schaffen, dass es auch weiterhin Alternativen zur digitalen Kommunikation gibt und dass wir vielleicht ab und an mal darüber nachdenken sollten, wie wir mit diesen Medien umgehen.

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Such a peculiar thing

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse, die ich auch dieses Jahr leider wieder verpasse, bietet sich natürlich ein weiterer Buchtipp an. Somit also ein paar Worte zu dem letzten Titel, den ich gerade gelesen habe, diesmal aus der Belletristik-Ecke.
Miss Peregrine's Home For Peculiar Children (Deutscher Titel: Die Insel der besonderen Kinder) von Ransom Riggs erzählt die Geschichte von Jacob, der mit seinen 16 Jahren schon länger nicht mehr an die phantastischen Stories glaubt, die sein Großvater ihm immer wieder von sich und seiner Jugend erzählt hat. Dass diese Geschichten womöglich mehr waren als bloße Phantastereien, das bemerkt Jacob erst, als es zu einem tragischen Zwischenfall kommt und der Sechzehnjährige zu einer Reise in die Vergangenheit seines Großvaters aufbrechen muss. Mehr sei an dieser Stelle nicht von der Story verraten.



Montag, 7. Oktober 2013

Quo vadis?

Ein weiser Mensch (leider weiß ich nicht, wer es war) hat einmal sinngemäß gesagt:

"Man erkennt den wahren Charakter einen Menschen daran, wie er jemanden behandelt, den er nicht (mehr) braucht."

In diesem Satz stecken für mich zwei Wahrheiten. Zum einen natürlich die offensichtliche Aussage: Woran du bei einem Menschen bist, zeigt sich erst, wenn er deiner nicht mehr bedarf, wenn es ihm also keinen direkten Nutzen mehr bringt, dich freundlich zu behandeln. Leider ist es eine Tatsache, dass solch ein Sachverhalt manche Menschen komplett umzukrempeln scheint und plötzlich ein Verhalten zum Vorschein kommt, das man dem anderen nie zugetraut hätte. Umso schöner sind die Momente, in denen sich zeigt, dass manche Menschen auch einfach aus Uneigennutz handeln, dass sie anderen helfen, ohne eine Gegenleistung zu verlangen oder zu erwarten. Dass sie da sind, wenn man sie braucht, auch wenn man ihnen nichts im Gegenzug bieten kann.

Zum anderen steckt für mich aber auch ein Appell in diesen Worten: Überlege dir, wie du zu Menschen stehst, die keinen Nutzen für dich haben. Handle nicht nach der Prämisse, dass jede gute Tat belohnt werden muss. Überlege dir, wie es sich für dich anfühlen würde, wenn jemand (vielleicht völlig Fremdes) dir etwas Nettes tut, oder etwas Wichtiges, das du aber nicht entgelten kannst. Denn eine gute Tat bringt vielleicht keinen offensichtlichen, keinen materiellen Nutzen, aber der Gewinn kann ja auch darin liegen, jemandem geholfen, jemanden glücklich gemacht zu haben. Für dich ist es vielleicht nur eine kleine Geste: Eine Auskunft, die du jemandem auf der Straße gibst. Ein verlorenes Handy, das du dem Besitzer zurück bringst. Eine Nachricht, die du jemandem schickst, der alleine ist. Eine Freundschaft oder auch eine Liebe, die du nicht aufgibst, obwohl du inzwischen im Leben weitergezogen bist. 
Eine kleine Geste für dich, die aber für den anderen die Welt bedeuten kann. Und das ist doch oft Lohn genug. Schließlich sind wir irgendwann alle mal in einer Lage, in der wir eine solche Geste benötigen, nicht wahr?

Samstag, 5. Oktober 2013

Papier ist geduldig...

... und hat eine lange Geschichte hinter sich. Als ersten Buchtipp möchte ich daher Lothar Müllers Arbeit über die Geschichte des Papiers vorstellen. Auf knapp 350 Seiten zeichnet Müller den Werdegang des Papiers von seiner mutmaßlichen Erfindung im alten China bis zur Gegenwart nach. 



Freitag, 4. Oktober 2013

Wer fechten will, der sall haben eyn hertz alsz eyn lewe

Um den Einstand in mein Blogger-Dasein gebührend zu zelebrieren, hier zur Eröffnung ein paar Gedanken von mir zur historischen Fechtkunst und ihrem Wert für uns im heutigen Leben.

Was uns das Historische Fechten über das Leben lehren kann.
Das Fechten nach historischen Quellen zeigt uns in erster Linie, wie wir mit Konflikten umgehen können. Nein, das bedeutet nicht mit einer Waffe. Vielmehr liegt einem Fechtduell das gleiche Prinzip zugrunde wie vielen zwischenmenschlichen Konflikten und Problemen, die uns im Alltag begegnen können: Wir müssen uns unserem Gegner stellen und dürfen uns nicht einschüchtern lassen, egal wie groß, schnell oder stark er auch sein mag. Der Körper ist nur Mittel zum Zweck, das Duell wird zuallererst im Kopf entschieden. Lass dich nicht verunsichern. Nimm dir ein Stück vor und führe es aus, ohne dich von deinem Gegner beeindrucken zu lassen. Behalte die Initiative. Der Fechter nennt es das „Vor“: Sei deinem Gegner stets einen Schritt voraus; agiere, anstatt zu reagieren. Bringe deinen Gegner dazu, dir diejenige Blöße zu offenbaren, die du ausnutzen willst. Denn wenn du darauf wartest, welche Blöße er dir von sich aus anbietet, dann wirst du stets nur reagieren. Und in einem Gefecht, das in Sekundenbruchteilen entschieden wird, genügt das einfach nicht.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Wanderer, kommst du nach Sparta...

So startet hiermit mein Versuch eines persönlichen Blogs. Ab und an habe ich schon mal irgendetwas loszuwerden, seien es Buch- oder CD-Tipps, Reiseberichte, auch mal etwas Lyrisches oder sonstige Gedanken. Ob das jemanden interessiert, wird sich noch zeigen, entsprechend will ich auch nichts über die Langlebigkeit dieses Blogs prophezeien.
Umso mehr freue ich mich natürlich über jeden, der sich hierher verirrt und vielleicht das eine oder andere für sich mitnehmen kann.